Corona-Virus: Isolation gilt für St. Anton am Arlberg und das Paznauntal / NEU: Sölden

Isolation für St. Anton. // Foto: Abbeylein auf pixabay.com

Es kommt noch drastischer für die Einheimischen und Gäste von St. Anton und das Paznauntal, sprich Ischgl, See, Kappl und Galtür. Sie werden für zwei Wochen isoliert. Ausländische Gäste dürfen nach Hause reisen, jedoch unter Bedingungen.

Update 17.03.2020: Auch Sölden und St. Christoph am Arlberg stehen nun unter Quarantäne.

Nachdem knapp zwei Drittel der derzeit 170 (Stand Freitag, 16.30 Uhr) positiven Coronavirus-Testergebnisse in Tirol in Zusammenhang mit dem Paznauntal sowie St. Anton am Arlberg stehen, wurde gestern, Freitag, in Abstimmung zwischen Bund und Land Tirol entschieden, diese ab sofort für 14 Tage zu isolieren. Davon betroffen sind die Gemeinden Ischgl, See, Kappl, Galtür und St. Anton.

„Für Tirol steht die Gesundheit der Bevölkerung und der Gäste an erster Stelle. Es ist unsere Aufgabe, dass wir uns auf alle Szenarien einstellen und die Gesundheitsversorgung und Sicherheit in Tirol gewährleisten. Um eine Ausbreitung des Coronavirus bestmöglich zu verlangsamen und die Funktionsfähigkeit unseres Gesundheits- und Versorgungssystems in Tirol sicherzustellen, braucht es drastische aber effektive Maßnahmen. Deshalb muss dieser Schritt nun gesetzt werden. Mit der Isolierung dieser Gemeinden wollen wir sicherstellen, dass Menschen, die möglicherweise erkrankt sind, nicht weitere Personen anstecken können. Wir lassen niemanden im Stich. Sowohl unsere Bevölkerung, als auch die MitarbeiterInnen und Gäste können sich darauf verlassen, dass es eine bestmögliche Versorgung für sie gibt“, betont LH Günther Platter.

Einheimische, MitarbeiterInnen und österreichische Gäste werden für 14 Tage im Paznauntal bzw. in St. Anton am Arlberg isoliert. Eine Ein- und Ausreise ist nicht möglich. Ausnahmen gelten für Blaulichtorganisationen, die Gesundheitsversorgung bzw. allgemeine Versorgungsfahrten und Dienstleistungen im Bereich der Daseinsvorsorge sowie individuell nicht verschiebbare Fahrten wie etwa jene von DialysepatientInnen. Am Coronavirus erkrankte Personen werden vor Ort abgesondert.

Ausländische Gäste werden aufgefordert, in ihre Heimat zurückzukehren. Alle abreisenden Gäste aus dem Ausland werden registriert, diese können mit einem Formular ausreisen und die eingerichteten Kontrollstellen mit der Registrierungsbestätigung passieren. Zudem wird ihnen ein Informationsblatt mit klaren Anweisungen ausgehändigt, ohne Zwischenstopp auszureisen und sich zu Hause in 14-tägige Heimquarantäne zu begeben sowie die dortige Gesundheitsbehörde zu kontaktieren. Zudem wird seitens des österreichischen Gesundheitsministeriums der jeweilige Heimatstaat der ausreisenden ausländischen Gäste informiert.

„Uns ist bewusst, dass dies eine sehr restriktive Maßnahme ist. Dennoch müssen wir jetzt handeln. Wir haben jetzt noch die Chance, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Zahl der Infizierten einzuschränken. Wir werden auch diese für uns alle herausfordernde Situation meistern. Dennoch braucht es dazu nun die Mithilfe aller. Wir haben alle eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und unseren Mitmenschen“, sagt LH Platter.

Aktuelle Coronavirus-Testungen

Derzeit liegen 170 positive Testungen vor, zwei weitere Personen sind bereits vollkommen genesen. Im Laufe des frühen Freitag-Nachmittages wurden 29 eitere positive Testungen bekannt – davon stehen 20 in Zusammenhang mit St. Anton, Ischgl und Kappl. Abstriche werden in der Regel nur von Personen genommen, die der Verdachtsfalldefinition entsprechen. Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion betont: „Für gesunde Personen ist keine Abklärung auf Coronaviren vorgesehen. Die Ressourcen sollen für Fälle zur Verfügung stehen, bei denen ein begründeter Verdacht auf eine Infektion besteht.“

Quelle: Land Tirol

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