Pilotprojekt: Tourismusmitarbeiter präventiv auf Covid-19 testen

Eine zweite Welle möchte niemand

Sura Kees Herstellung auf Alp Nova. // Foto: Stefan Kothner - Montafon Tourismus GmbH

Österreich ist eines der ersten Länder, das eine regelmäßige und flächendeckende präventive Covid-19-Testung seiner Mitarbeiter in Beherbergungsbetrieben umsetzt. Die Vorarlberger Region Montafon gehört zu den fünf Modellregionen. Interview mit Manuel Bitschnau, Geschäftsführer von Montafon Tourismus, zum Start der Testungen am 29.05.2020.

In fünf Regionen Österreichs startet ab heute das Pilotprojekt der flächendeckenden Covid-19-Testungen in der Tourismusbranche. Für Gäste aus dem In- und Ausland ist größtmögliche Sicherheit, in Zeiten des Coronavirus, ein entscheidender Faktor. Unser Ziel ist es, die Risiken der Pandemie in Österreich so weit wie möglich zu reduzieren, um einen sorgenfreien und sicheren Urlaubsaufenthalt zu ermöglichen. Ziel ist es, ab Juli bis zu 65.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig testen zu lassen.

Die fünf Modellregionen:

  • Montafon (Vorarlberg)
  • Wilder Kaiser (Tirol)
  • Wachau (Niederösterreich)
  • Spielberg (Steiermark)
  • Wörthersee (Kärnten)

Österreich Werbung (ÖW): Das Montafon wird zur Modellregion für flächendeckende Covid-19-Testungen – was bedeutet das konkret?

Manuel Bitschnau (MB): Die Testungen beginnen heute, 29.05.2020, mit der Wiederöffnung der Hotellerie um 11 Uhr. Es sind Durchfahrstationen aufgebaut, wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Montafoner Hotels mit dem Auto durchfahren und getestet werden. Dafür haben sie eigene Timeslots bekommen. Ziel ist es alle, diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig wöchentlich zu testen. Abgewickelt wird die ganze Testung vom Österreichischen Roten Kreuz.

ÖW: Werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Montafoner Hotels getestet?

MB: In der Pilotphase beginnen wir mit ausgewählten Testhotels. Künftig sollen so 80 Prozent aller Hotels systematisch getestet werden. Die Teilnahme an den Testungen ist freiwillig. Aber die Nachfrage und Bereitschaft mitzumachen, ist sehr hoch.

ÖW: Wie schnell liegen die Testergebnisse vor und was passiert bei einer positiven Testung?

MB: Es ist schon in der Pilotphase eine engmaschige, schnelle Testung geplant. Die Ergebnisse liegen innerhalb von 48 Stunden vor. Das Montafon war bisher vom Coronavirus noch kaum betroffen. Sollte im Zuge der Testungen aber ein positives Resultat auftauchen, kann sehr rasch gehandelt werden. Die zuständige Sanitätsdirektion erlässt in der Folge auf den individuellen Fall abgestimmte Maßnahmen. Das Ziel ist es, eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

ÖW: Welche Vorteile haben Ihre Gäste durch diese Testungen?

MB: Unseren Gästen ist es wichtig zu spüren, dass das Thema ernst genommen und proaktiv angegangen wird. Wir erhalten damit einen sehr guten Überblick über die Region und können so zu einem entspannten und auch sicheren Urlaub beitragen.

ÖW: Wie reagieren die Tourismusbetriebe darauf?

MB: Sehr positiv. Es wollen viele gleich von Beginn an mitmachen. Wir erhalten sogar Anfragen von Vereinen und Privatpersonen, die sich regelmäßig testen lassen wollen. Sogar Gäste fragen bei uns an, ob sie sich testen lassen können. Im ersten Schritt konzentrieren wir uns aber auf die Hotellerie und versuchen im nächsten Schritt die Testkapazitäten Schritt für Schritt weiter auszubauen.

Mehr Infos: das Montafon

Silke Schön
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Schon als Kind war ich oft mit der Familie zum skifahren in den Bergen. Später lernte ich meinen Mann kennen, der zufällig einer der größten Berg(bahn)fans ist. Das passte! Es folgten unzählige Aufenthalte und Urlaube. Und zwei Kinder. Nun machen wir unsere Vorstellung von einem Alpenkatalog mit News und vielen Bildern endlich wahr.