In diesem Jahr vor genau 20 Jahren war der Neubau der Galzigbahn eins der ganz großen Highlights. Denn St. Anton wäre eben nicht St. Anton, wenn man die wichtigste Bahn durch eine 08/15 Konstruktion ersetzen würde.
Alte Galzigbahn seit 1937
Zum Zeitpunkt des Baus fuhr die ehemalige Galzig-Pendelbahn bereits seit knapp 70 Jahren. Die Technik war natürlich längst überholt und ohnehin hatte auch diese Bahn schon zahlreiche Updates und technische Erweiterung wie vergrößerte Kabinen, Schiebeperrons in den Station und vieles mehr. Allen war damals klar: Ein weiterer Umbau wird nicht mehr funktionieren.
Funitel der besonderen Art
Und so entschied man sich damals in St. Anton für eins der aktuellen Großsysteme der Firma Doppelmayr, für das Funitel-System. Hierbei werden die Kabinen zwischen „zwei“ umlaufenden Seilen aufgehängt, was auch für eine bedeutende Betriebssicherheit bei hohen Winden sorgt. Genau genommen handelt es sich insgesamt allerdings nur um eine einzige, doppelte Seilschleife. Zudem kommt man bei diesem System mit relativ wenig (nur leider auch ziemlich klobigen) Stützen aus.
Mit dem System in jedem Fall konnte die Förderleistung der Anlage von etwa 600 auf satte 2.000 Personen pro Stunde erhöht werden. Als wichtigste Zubringeranlage von St. Anton ins Skigebiet war das auch bitter nötig. Die Schlangen an der Talstation wurden so von den Gästen nicht mehr hingenommen.
Fahrt mit „Riesenrad“
Absolute Besonderheit der Bahn ist aber die getrennte Einstiegs- und Seilebene. Unten im Gebäude ist der normale Einstieg platziert, eine Ebene höher werden die Kabinen ans Seil gekuppelt. Der Transport nach oben erfolgt über Riesenräder, über die die Kabinen nach oben schweben. Das ist ganz schön spannend.
So konnte dann auch die noch einigermaßen kompakte Bauform bei gleichzeitigem barrierefreien Einstieg gelöst werden.
Zubringerbahnen in St. Anton
Die Galzigbahn ist übrigens eine von insgesamt drei Zubringerbahnen von St. Anton in den Kern des Skigebiets Skiarlberg. Direkt neben der Galzigbahn liegt die Talstation der Gampenbahn. Ebenso führt die Nassereinbahn noch in Richtung Lech am Arlberg, das aber nicht aus dem Zentrum, sondern vom Ortsrand in Richtung St. Jakob.