Interview: Ein Jahr Hüttenwirte in Tirol

Von Gästen, Kühen und Corona

Jonas Metzler und Patrick Koch fühlen sich als Hüttenwirte extrem wohl. // Foto: Tillfussalm
Jonas Metzler und Patrick Koch fühlen sich als Hüttenwirte extrem wohl. // Foto: Tillfussalm

Jonas Metzler und Patrick Koch haben sich im Mai 2020 getraut, die Tillfussalm in Wildermieming zu betreiben. Sie erzählen aus ihrem Alltag und wie sich die Pandemie auf ihre erste Saison ausgewirkt hat.

alpintreff.de: Lieber Patrick, lieber Jonas, wir freuen uns, dass Ihr Euch Zeit nehmt für ein Interview. Ihr betreibt die Tillfussalm in Wildermieming in Tirol. Beschreibt sie doch zunächst erst mal.

Die Tillfussalm liegt in der Mitte des Almenparadies Gaistal auf 1.382 Metern Seehöhe und ist von Leutasch (Parkplatz Salzbach), von Ehrwald über die Ehrwalder Almbahn oder über die Niedere Munde erreichbar. Im Sommer von Mai bis September werden circa 100 Stück Jungvieh, Mutterkühe, ein paar Schweine und Ziegen betreut.

Gibt es etwas, was die Tillfussalm unverwechselbar macht? Ihr haltet ja eigene Kühe?

Ja, wir haben vier Mutterkühe mit je einem Kalb, die den Sommer auch bei uns auf der Tillfussalm verbringen. Außerdem haben wir noch circa 40 Schafe, die den Sommer über im Heberjoch oberhalb der Bichlbacher Alm leben.

Auf der Tillfussalm wird alles hausgemacht, das zeichnet uns als Alm aus, denn das sehen, schmecken und schätzen unsere Gäste sehr. Für die Kinder haben wir noch einen kleinen Streichelzoo mit Hasen und Ziegen sowie einen Spielplatz, auf dem sie sich austoben können.

Hier wird alles selbst gemacht und herrlich angerichtet. // Foto: Tillfussalm
Klingt nach einem kleinen Paradies. Als Einheimische kennt Ihr Euch bestens aus in Eurer Gegend. Was kann man während eines Urlaubes in Eurer Gegend noch so unternehmen? Geheimtipps?

Gute Ziele von uns aus: Mit dem Rad oder zu Fuß zum Seebensee – Wanderung auf´s Steinerne Hüttl, wo die Aussicht atemberaubend ist – oder von der Tillfussalm aus über die Niedere Munde nach Mieming.

Habt Ihr Zeit, selbst etwas zu unternehmen? Wie sieht Euer Tag aus?

Von Anfang Mai bis Ende Oktober sind wir jeden Tag auf der Alm – rund um die Uhr! Der Tag beginnt damit, dass ich (Jonas) erstmal das Vieh betreue, währenddessen Patrick das Frühstück macht für die Nächtler und langsam mit den Vorbereitungen für das Tagesgeschäft anfängt. So um 11 Uhr kommen dann schon die ersten durstigen und hungrigen Gäste.

Ja, bei so einem Pensum vergeht der Tag wie im Flug. Wie lange seid Ihr nun Hüttenwirte?

Seit Mai 2020.

Ach spannend, also ein neuer Lebensabschnitt. Lebt Ihr ganzjährig auf der Alm?

Nein, nur im Sommer.

Wir wissen, dass Hüttenwirte diskret und verschwiegen sind. Doch was sind die lustigsten oder kuriosesten Fragen, die Ihr von Gästen gestellt bekommt?

Ob es bei uns eine Toilette gibt?
Wie viele Minuten das Essen dauert? (leider sind viele Leute sehr gestresst und haben keine Zeit, bei dem wunderschönen Ausblick und Bergpanorama zu genießen)
Ob wir hier in Österreich oder Deutschland sind?

Entspannen – wo, wenn nicht hier? // Foto: Tillfussalm
Und wohin fahrt Ihr in Urlaub?

Die Alm ist der schönste Urlaubsort, den man sich vorstellen kann. 😊

Stimmt natürlich, Ihr wohnt ja schon, wo andere Urlaub machen. 🙂 Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Euren Hüttenbetrieb und Euch ausgewirkt? 

Gott sei Dank war der Sommer 2020 halbwegs „normal“. Trotz Corona-Vorschriften, an die sich die Leute auch gehalten haben, war es ein super Sommer und eine super erste Saison!

Da freuen wir uns mit Euch! Habt Ihr Wünsche für die Zukunft?

Ja! Gesundheit ist das Wichtigste und das wünschen wir uns für unsere Gäste, für das Vieh und für uns selber natürlich auch! Und das wir noch viele Sommer auf der Tillfussalm verbringen und genießen dürfen.

Genau das wünschen wir Euch auch. Alles Gute, Patrick und Jonas!

Mehr Infos: www.tillfussalm.tirol

Welche Erlebnisse in diesem Artikel genannt werden

Die schöne Tillfussalm im Gaistal.  • © TillfussalmTillfussalm
Bergrestaurant
 

Silke Schön
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Schon als Kind war ich oft mit der Familie zum skifahren in den Bergen. Später lernte ich meinen Mann kennen, der zufällig einer der größten Berg(bahn)fans ist. Das passte! Es folgten unzählige Aufenthalte und Urlaube. Und zwei Kinder. Nun machen wir unsere Vorstellung von einem Alpenkatalog mit News und vielen Bildern endlich wahr.